Gottesdienste

Jeden Sonntag und an vielen anderen Tagen wird in den Gemeinden Gottesdienst gefeiert. Die nächsten Termine finden Sie hier.

mehr
Montag, 17. Dezember, 17.00 Uhr
Ökumenisches Trauercafé an jedem letzten Montag im Monat
Gemeindehaus Holunderstraße
Dienstag, 18. Dezember, 13.30 Uhr
Der Wanderertreff
Diakonisches Werk Mülheim
Mittwoch, 19. Dezember, 15.00 Uhr
Büchercafé Las Torres
Petrikirchenhaus

 

> Alle Termine anzeigen

Kirchengemeinden
Kirchengemeinden mehr
Losung

für den 17.12.2018

Ich will in der Wüste Wasser und in der Einöde Ströme geben, zu tränken mein Volk, meine Auserwählten.

Jesaja 43,20

mehr
Service

Ev. Ladenkirche

Widerstand und Verfolgung

Mülheimer Geschichte(n) erzählt die Ausstellung „Widerstand und Verfolgung“, die bis 29.9. in der Ladenkirche zu sehen ist. Beim Eröffnungsabend brauchten die Gäste nicht lange, um über Verfolgung und Courage, Schweigen und Hetze ins Gespräch zu kommen.

Was taten die Mülheimer in der Zeit des Nationalsozialismus? Auf Zwölf Rollups erfahren Ausstellungsbesucher mehr über Täter und Mitläufer, Verfolgte und Finanziers der Nazis.  Widerstand von Mülheimer Arbeiterorganisationen wird in der Ausstellung ebenso beleuchtet wie die Rolle von Frauen, die sich gegen die Nationalsozialisten engagierten, oder die zwiegespaltene Positionierung der Kirchen. Die Ausstellung des VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten ) in der Evangelischen Ladenkirche, Kaiserstraße 4, ist bis zum 29. September zu sehen (geöffnet montags, dienstags, donnerstags und freitags 11 bis 17 Uhr, mittwochs und samstags 11 bis 14 Uhr).

Das für den Eröffnungsabend geplante Zeitzeugengespräch konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht mit dem angekündigten Gesprächspartner Helmut Hermann (Ehrenvorsitzender des VVN-BdA) stattfinden – da dauerte es nicht lange, bis die Gäste des Abends diese Rolle gleich selbst übernahmen. Viele hatten als Kriegskinder die Nazizeit miterlebt und erinnerten sich zum Beispiel an das Arbeitserziehungslager am Flughafen „Guck da nicht hin! Hatte mein Vater mir gesagt, wenn wir da vorbeikamen“, berichtete eine Besucherin. Rund 25.000 Zwangsarbeiter gab es in Mülheim, so berichtete Karl-Heinz Zonbergs vom VVN-BdA. „Und Entschädigungen sind bis heute eine offene Frage.“

„Ich habe als Kind den Schrecken des Krieges auch mitbekommen, sah Leichen schwimmen in der Ruhr bei Hattingen“, berichtet ein anderer Gast. „Für mich ist es unverständlich, wie man nach 1945 nicht mehr darüber sprach“. Das anschließende Schweigen in der Gesellschaft war belastend, so schildern es auch andere, die gekommen waren, um die Ausstellung zu besuchen. „In meiner Familie wurde so genanntes ,unwertes Leben‘ vernichtet und dennoch wurde kaum darüber gesprochen“, sagte eine andere, und mit Blick auf die Zeiten des Wiederaufbaus: „Viele haben sich hinterher auch in Geschäftigkeit geflüchtet“ „Es gab ja gar keine andere Möglichkeit als danach wieder zusammenzuleben“, sagt ein weiterer Besucher mit Blick auf das unmittelbare Nebeneinander von Tätern und Opfern in der Nachkriegszeit „Es musste ja jeder zuerst seine Existenz sichern.“ Äußerst ambivalente Begegnungen schildert eine Besucherin: „Mein Vater war Pfarrer in der bekennenden Kirche. Zu uns kamen hinterher einige, die vorher gegen uns waren, um um den so genannten ,Persilschein‘ zu bitten.“

„Ich stehe heute vor Ihnen, weil niederländische Antifaschisten uns weggeschleust haben“, berichtet der Mülheimer Dokumentarfilmer Reinald Schnell, sein Vater war in der Nazizeit desertiert, deswegen war die Familie in akuter Gefahr. „Wir müssen heute aufpassen, dass das nicht wieder geschieht, was wir schon überwunden geglaubt haben“, sagt er und blickt dabei durchaus auf die aktuelle Politik. „Wenn sich heute Gedanken von deutscher Leitkultur wieder einschleichen, erschreckt mich das. Nehmen Sie diese Tendenzen bitte sehr ernst – das ist meine Bitte als Zeitzeuge.“

In den kommenden Tagen und Wochen bietet die Evangelische Ladenkirche weitere Gelegenheiten, um über Grundlagen des Miteinanders und den Weg zu Frieden und Versöhnung im Gespräch zu bleiben:

Mittwoch, 6. September, 18 Uhr:
Versöhnung mit dem Fremden – Kirche des gerechten Friedens werden, Vortragsabend mit Jörgen Klusmann, Studienleiter der Ev. Akademie im Rheinland

Donnerstag, 8. September, 18 Uhr:
Dialogrunde zum Thema „Frieden machen mit …“

 

 

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

ala / 31.08.2017



© 2018, Evangelischer Kirchenkreis an der Ruhr
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung