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"Keine Hände, keine Langeweile"

Sein Humor macht keinen Halt, weder vor anderen noch vor sich selbst. Rainer Schmidt präsentierte sein Programm „Däumchen drehen – keine Hände, keine Langeweile“ in der Styrumer Immanuelkirche.

Rainer Schmidt bei seinem Auftritt in der Immanuelkirche Rainer Schmidt bei seinem Auftritt in der Immanuelkirche

„Handwerker wird der nicht“ – den Ausspruch legt der Pfarrer und Kabarettist  seiner Oma in den Mund, die nach der Geburt des Enkels doch recht schockiert war. Rainer Schmidt war 1965 mit verkürzten Armen und ohne Hände zur Welt gekommen. Und hat seitdem eine große Portion  Humor und zahlreiche Strategien entwickelt, um es mit dem Alltag aufzunehmen. Mit Humor begegnet er Widrigkeiten, etwa auf Empfängen: „Und dann servieren sie Fingerfood!“ und bei der Begegnung mit einem überfürsorglichen Rezeptionisten im Hotel:  „Unterschreiben? Sie können auch nen Kringel machen.“  

„Sie müssen sich auf Einiges gefasst machen“, warnt Rainer Schmidt zu Beginn seines Programms in der Immanuelkirche. Zum Beispiel auf Fragen direkt ans Publikum: „Was glauben Sie, was ich nicht kann?“ – Innerliche Unruhe im Publikum und dann doch einige Antwortversuche: Handstand! „Na, und Sie?“ kontert der Kabarettist. Nächste Antwort: Schuhe zubinden. „Muss ich nicht“ - sagt’s und zeigt seine Slipper vor. Noch ein Vorschlag aus dem Publikum: Seilchen springen - „Treten Sie nicht gegen mich an“, warnt der ehemalige Leistungssportler und Paralympics-Sieger im Tischtennis, der Rainer Schmidt auch ist. Will sagen: Viele andere können dieses oder jenes auch nicht. „Aber mit dem Aufteilen beginnt das Problem, die Abwertung“, erklärt der Kabarettist sein Anliegen. Schon der erste Schritt in diese Richtung sei gefährlich. Schmidt: „Eigentlich müssen doch nur Ärzte und Versicherungsträger unterscheiden zwischen Menschen mit und ohne Behinderung. Entscheidend ist doch: Habe ich genügend Strategien, um mit meinen Einschränkungen und Talenten ein glückliches Leben zu führen?“

Auch die Strategien brachte Schmidt seinen Zuhörerinnen und Zuhörern nahe, berichtet von Hilfsmitteln und Hilfsmenschen. Aber schon beim Begrüßen fängt’s ja an: „Wie schüttele ich jetzt jemandem die Hand, wenn er keine hat?“  Rainer Schmidt verhilft den Styrumern zum schnellen Lernerfolg, streckt den Zuschauern seinen kurzen Arm entgegen und jeder weiß sofort, was zu tun ist. Auch Umarmen geht ganz prima, nicht nur die für den Abend in Styrum auserkorenen Lieblingszuschauer Werner und Charlotte durften das gleich ausprobieren.

Behinderung bedeutet oft Verunsicherung – was Schmidt nicht nur nachdenklich berichtet, sondern auch humoristisch auskostet. Wie etwa in der Geschichte, die er über sich und die Verkäuferin erzählt, wenn er losgeht, um Handschuhe zu kaufen.  – „Vielleicht sollte ich demnächst auch mal nach Nagellack fragen?“ Verunsicherung wirkt auch bei der Deutschen Bahn, wie der Kabarettist genüsslich ausmalt: Eine gute Strategie, um ohne Ticket im ICE zu fahren. „Es braucht nur etwas Mut“, gibt Schmidt dem Publikum in Styrum auf den Weg, „Mut einander kennenzulernen, dann steht die Behinderung schnell nicht mehr an erster Stelle“. Die meisten Zugbegleiter haben das übrigens schon begriffen.

 

 

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ala / 30.10.2018



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