Gottesdienste

Jeden Sonntag und an vielen anderen Tagen wird in den Gemeinden Gottesdienst gefeiert. Die nächsten Termine finden Sie hier.

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Mittwoch, 19. Juni, 14.30 Uhr
Immanuel-Nicht-Feiglinge
Gemeindezentrum Albertstraße
Donnerstag, 20. Juni, 07.00 Uhr
Frühschicht - gemeinsamer Start in den Kirchentag
Evangelische Ladenkirche
Montag, 24. Juni, 17.00 Uhr
Ökumenisches Trauercafé
Gemeindehaus Holunderstraße

 

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Losung

für den 17.06.2019

Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein.

Jesaja 55,10-11

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Service

Chorreise 2018

Tansania-Tagebuch

Hier berichten die Teilnehmenden der musikalischen Partnerschafts-Begegnung in Daressalam / Tansania über ihre Erlebnisse in Afrika. Der Gegenbesuch aus dem Partnerkirchenkreis wird 2020 in Mülheim erwartet.

Lupe

13 Mülheimer Sängerinnen und Sänger aus verschiedenen Kirchengemeinden machten sich im Juli 2018 auf zu einer zweieinhalbwöchigen musikalischen Begegnung in den Mülheimer Partnerkirchenkreis „Northern District“ in Daressalam (Tansania).

„Lobet den Herren“ hatten die 13 Mülheimer Sängerinnen und Sänger genauso im Gepäck wie das Steigerlied, Gospels und Gesänge aus der Gregorianik. Und, Ehrensache als Mülheimer Delegation, auch einige Lieder des pietistischen Predigers Gerhard Tersteegen, die man mit Texten in Kisuaheli auch in Tansania gerne singt. Die Delegation wurde begleitet von Superintendent Gerald Hillebrand, selber Mitglied des Projektchores, und Pfarrerin Ursula Thomé, die dem Partnerschaftskreis Tansania vorsitzt. Die musikalische Leitung hatte Kantor Sven Schneider.

Die Partnerschaft des Kirchenkreises An der Ruhr mit Daressalam gibt es seit 2007. Bisher waren es immer kleinere Delegationen, die sich alle zwei Jahre abwechselnd zu Begegnungsreisen aufmachten, mit der Chorreise bekommt die Partnerschaft nun eine breitere Basis. Untergebracht sind die Besucherinnen und Besucher jeweils in Gastfamilien. Der Gegenbesuch einer musikalischen Delegation aus dem Partnerkirchenkreis „Northern District“ in Daressalam wird 2020 in Mülheim erwartet.

Gottesdienst in Mbezi Beach Gottesdienst in Mbezi Beach

Sonntag, 15.7.2018

Nach Early-Bird-Frühstück im Hotel wurden wir von einem Bus mit unserem Gepäck abgeholt, um zur Kirche in Mbezi Beach (mit eigenem YouTube-Kanal: https://www.youtube.com/channel/UC-znauGBMM6nLTrg0OXaPzA/featured) zu fahren. Ausnahmsweise waren die Straßen frei, sodass wir um 6.45 Uhr an der Kirche ankamen. Sofort gingen die Vorbereitungen in den eigentlichen Gottesdienst über. Drei weitere Chöre und der Posaunenchor haben den Gottesdienst mitgestaltet. Uschi Thomé hat die Grüße des Kirchenkreises überbracht und das Geschenk übergeben. Superintendent Gerald Hillebrand hat die Predigt gehalten. Im Gottesdienst wurde der neue Assistenzpfarrer mit seiner Frau vorgestellt. Den Gottesdienst in der vollen Kirche besuchten über 1500 Personen. Die Predigt zu Micha 6, 6-8, dem Trauspruch von Gerald und Dorothea Hillebrand, kam gut an. Verschiedene Kindergruppen waren auch da. Zwei Kollekten wurden eingesammelt in großen Körben. Das geschieht mit Musik und in einer Art Prozession mit Singen. Die Art des Lobpreises ist begeisternd und bewegend. Beim „Fürbittengebet“ pfingstlerischer Art geraten einige so in Trance, dass sie umkippen. Segnung und Dämonenaustreibung gehören auch mit dazu. Das wirkt auch sehr fremd für uns.

Nach dem Auszug dürfen wir draußen noch ein Lied singen. Die Ab- und Ankündigungen nehmen einen großen Raum ein: Termine von Gruppen, Informationen über die Sunday School (zwei Mal pro Sonntag mit jeweils mindestens 300 Kindern), über 30 Gruppen. Bald stehen Gemeindeleitungswahlen an. Jede Fellowship kann Kandidaten benennen und wird durch eine Person vertreten, den „Deacon“. Auf Diözesanebene Vorschrift: 30 Personen plus maximal drei, die vom Pfarrer berufen werden können. Deacons können machen maximal zwei Amtszeiten zu vier Jahren, dann wird vier Jahre Pause gemacht.

Im Gottesdienst folgen Danksagungen von Familien- und verschiedenen Gelegenheiten, Aufgebote, Begrüßung von besonderen Gästen oder Reisenden. Besonderes Klatschen 3x als Gruß.

Wir hören die Ankündigung, dass die Diözese nach ihrer UPENDO Zeitung und dem gleichnamigen Radio auch UPENDO-Fernsehen startet.

Wir bekommen ein zweites Frühstück, sehr herzlicher Empfang. Im zweiten Gottesdienst werden wir enger betreut und diverses wird übersetzt und erklärt. Nun wird der Gottesdienst von zwei Kameras begleitet und auf zwei großen Leinwänden gezeigt. Liedtexte werden zum Teil eingeblendet. Es gibt Applaus nach Liedern und für die Predigt. Der zweite Gottesdienst ist um kurz vor 13 Uhr zu Ende. Im Anschluss trifft sich die Jugend, weil sie auch Youth Leaders wählt. Die beiden Gottesdienste waren von den Liedern/Gebeten etc. praktisch identisch.

Dieses Mal gibt es nach dem Gottesdienst keinen Gesang vor der Kirche, sondern eine kurze Versteigerung. Dann ist Lunchzeit. Nach Gebeten und dem Lied „Aller Augen“ dürfen wir bei typischen Spezialitäten zugreifen, die sehr lecker sind. Auch der District Pastor Jacob Mwangomola, Ortspfarrer und einige Deacons u. a. vom Partnership commitee, essen mit uns.

Danach ein kurzes Ansingen und dann geht kurz nach 14 Uhr der Konzertmarathon mit elf bis zwölf Chören und uns los. Es sind Kinder-/Jugendchöre, Hauptchöre, evangelistische Chöre und ein Senioren- und Frauenchor aus Mbezi Beach, Dazu Chöre aus Kinondoni, Bunju A, Ubungo, Kijitonyama, Magomeni, Mananyamala, Mbezi Nkumburi, Wazo Hill und Mwenge. Jeder Chor trägt zwei Stücke vor. Viele Beiträge sind verstärkt und begleitet von Band, einige a capella und begleitet von Trommel und/oder Rassel/Schelle. Vieles wird recht laut durch die Tonanlage wiedergegeben. Als Livestream lässt es sich verfolgen und den Link bekommen wir von Markus, die Rückmeldungen von Zuschauern aus Mülheim. erfolgen prompt. Manchmal stellen sich am Ende eines Stückes Sänger(innen) anderer Chöre mit dazu. Akustisch sind Zustimmung zu den Liedern sehr unterschiedlich präsentiert. Wie die Chöre aufeinander eingehen, hat mich beeindruckt. Manchmal scheint das Nichtverstehen der Texte hilfreich zu sein, einfach mitschwingen zu können, ohne es inhaltlich nachvollziehen zu müssen.

Zum Abschluss des Konzerts singen wir mit dem Mbezi Beach-Hauptchor, mit dem wir schon einmal einmal nach dem ersten Gottesdienst gemeinsam gesungen haben. Dafür läuft‘s ganz gut. Wir kommen akustisch natürlich nicht ganz so durch wie die oft viel größeren Chöre.

Einige der anderen Chöre hatten ausgefeilte Choreographien, diverse Solisten im Einsatz oder haben Geschichten auch szenisch dargestellt. Carolin, eine Deutsche, die für die Diözese arbeitet, übersetzt für uns. Die Stücke der tansanischen Chöre sind erheblich länger als unsere.

Im Laufe des Konzerts kommen Victoria Kisyombe und Anta Muro auch dazu. Dann die Aufteilung auf Gastfamilien mit kleinen Änderungen. Fazit: Ein Tag mit langem Programm, der musikalisch quasi die volle Bandbreite zeigt.

Stücke des Tages: 1. Gottesdienst: Lobe den Herren, Go, tell it on the mountain
2. Gottesdienst: Ein feste Burg, Sanna sananina
Konzert: Er hat seinen Engeln, Salmo 150, Steigerlied

(Tagebucheintrag von Pfarrerin Karla Unterhansberg, 44 Jahre, singt im Petri-Kammerchor) 

 

Im großen Sitzungsraum, einem Nebenraum der neu gebauten Kirche in Ubungo Im großen Sitzungsraum, einem Nebenraum der neu gebauten Kirche in Ubungo

Montag, 16. Juli 2018

Erster Programmpunkt: Kirche in Ubungo, 10 Uhr Begrüßung untereinander und mit Pfarrer Godlisten. Wir werden in einen klimatisierten Konferenzraum geführt, der repräsentativ möbliert ist. Wir lernen von Godlisten, dass morgen ein Feiertag sein wird, bei dem es um die Fackel der Unabhängigkeit geht.

Als Reisedelegation tauschen wir uns unter uns darüber aus, wie wir in Tansania angekommen sind. Grundsätzlich geht es allen gut, wir sind aber in sehr unterschiedlichen Verhältnissen untergebracht. Wir besprechen, dass Gesprächsbedarf besteht zum Thema der pfingstlerischen Gottesdienstpraxis und lernen von Markus sehr viel über die Kirchenentwicklung in Tansania.

Vor dem Mittagessen proben wir „Siehe“ und „Salmo 150“ in der Kirche. Es klappt gut, aber wir fragen nach Mikros. Vor dem Essen singen wir „Aller Augen“. Es gibt einen Eintopf, „Pfannkuchen“, Säfte und Gebäck.

Es geht mit dem Bus zum Msongola Centre. Wir singen „Das Steigerlied“, „Kein schöner Land“ und „Geh aus mein Herz“ Damit lässt sich der Stau abwarten. „May the road“, „Dich rühmt der Morgen“, „Die Affen rasen durch den Wald“. Durchs Fenster kauft Markus Eis. Wir video-telefonieren mit Annika, und singen weitere alte Jugendgruppenlieder. Die Fahrt dauert länger als gedacht. Das letzte Stück geht über eine schlechte Straße, auf der dieser Satz geschrieben wird.

Der Besuch bestand darin, dass wir übers Gelände der Berufsschule für Schüler mit Behinderung geführt wurden, anschließend gab es Kaffee. Das Zentrum ist noch im Bau. Das Projekt, von kirchlichen und staatlichen Geldern finanziert, wird seit 2012 betrieben, seit einigen Jahren von einer Deutschen namens Carolin. Sie zeigte uns die zwei im Rohbau befindlichen Gebäude: ein Gebäude für Unterrichtsräume und die Mensa.

(Tagebucheintrag von Julian Weller, 17, Schüler und C-Kirchenmusiker, singt im Kammerchor der Petrikirche)

Mädchenschule und Internat der Diözese in Mkuza Mädchenschule und Internat der Diözese in Mkuza

Dienstag, 17. Juli 2018

Erster Programmpunkt heute war der Besuch der Secondary School in Mkuza. Gegen halb 11 ging es im Bus los. Bei unserem Zielort handelte es sich um eine Mädchenschule der Diözese. Nach etwas über einer Stunde erreichten wir das Ziel. Wir trafen uns mit der Schulleiterin und zwei Lehrern, trugen uns in das Gästebuch der Schule ein und bekamen die Einrichtung vorgestellt. Insgesamt wird die Schule von 181 Mädchen besucht, diese werden von 22 Angestellten unterrichtet und betreut. Ziel der Schule ist es, den Schülerinnen eine erfolgreiche berufliche Zukunft zu ermöglichen. Zudem sollen die Schülerinnen, die aus allen Regionen Tansanias stammen, im Gemüseanbau geschult werden. In Zukunft soll das Schulgelände umzäunt werden, zudem sollen die Schülerinnen in Zukunft dort ihre A-Levels absolvieren. Um 14.30 Uhr machten wir uns auf den Weg zurück zur Kirche in Ubungo. Dort trafen wir uns mit einer Gruppe der „Women of God“, in der sich verwitwete Frauen treffen. Zunächst sangen wir einige Lieder, anschließend sollte bei gemeinsamem Kaffee ein Austausch stattfinden, dabei wurde jedoch die sprachliche Barriere sehr deutlich. Als letzter Programmpunkt des Tages stand ein Besuch beim Chor der Gemeinde Sinza mit anschließendem Abendessen an. Das gemeinsame Singen war für beide Seiten ein besonderer  Moment; und uns wurde deutlich, dass nichts mehr verbindet als Musik!

(Tagebucheintrag von Solon Dellwig, 18 Jahre, Student, Mitglied im Kammerchor an der Petrikirche)

 

Kirchraum in Msasani Kirchraum in Msasani

Mittwoch, 18. Juli 2018 

Heute sind wir nicht mit unserem Bus, sondern in Autos, in die Innenstadt zum National-Museum gefahren. Bei der Führung dort ging es um die Geschichte Tansanias und auch um die Menschheitsgeschichte, außerdem war das Tierreich Thema der Ausstellung und es gab einige Kunstgegenstände.

Wir lernten auch etwas über die Nationalflagge, sie bestand früher aus drei Farben: grün für die Vegetation, gelb für die Bodenschätze und schwarz für die Hautfarbe. Die aktuelle Flagge, mit einem zusätzlichen blauen Streifen für das Meer, gibt es seit 1964 als auch Sansibar dazugekommen ist.

Nach dem Museum ging es ins Lutherhaus nicht weit entfernt davon. Wir treffen den Generalsekretär der Diözese, Pfarrer und Mitarbeitende. Zuerst haben wir einige Lieder gesungen, dann stellten sich die Mitarbeitenden mit ihren Projekten und Aufgabenbereichen vor. Lieder im Lutherhaus: Die güldene Sonne, Ein feste Burg, Du meine Seele singe, Geh aus mein Herz, Strahlen brechen viele.

Unser nächster Halt war die Gemeinde in Msasani. Dort haben wir ein sehr leckeres Mittagessen bekommen: Reis, Kochbananen, Nudeln, Tomatensoße, Hühnchen- und Rindfleisch, Bohnen und Gemüse, Mangold und Obst zum Nachtisch.

Einer der Gemeindeältesten berichtete uns über die diakonische Arbeit in der Gemeinde und Markus hat glücklicherweise die ganze Zeit übersetzt. Seit 1998 sammelt die Gemeinde Msasani Geld für ihr diakonisches Projekt: Sie bietet Hilfe an für von HIV betroffene Witwen und Jugendliche. 2002 wurde mit dem Bau eines Hauses dafür begonnen, 2013 wurde es fertiggestellt und seit diesem Jahr läuft die diakonische Arbeit.

Anschließend durften wir noch eine große Kirche werfen. jeden Sonntag kommen hier 1000 bis 1200 Menschen in den Gottesdienst, wovon viele junge Gemeindemitglieder sind. Für Frauen und Kinder gibt es spezielle Gottesdienste.

Anschließend ging es zurück zur Kirche nach Ubungo, wo wir noch Zeit mit der Gruppe hatten. Bei Kaffee und Kuchen haben wir eine Blitzlichtrunde gemacht und Eindrücke aus den letzten Tagen gesammelt. Fazit: Wir haben das Gefühl, immer mehr in Tansania anzukommen, fühlen uns alle in unseren Gastfamilien wohl und genießen unsere gemeinsame Reise.

(Tagebucheintrag von Amrei Hoffmann, 24 Jahre, beruflich im Sozialen Dienst Wohnstift Raadt, singt im Gospelchor "Good News" der Lukaskirchengemeinde)

Biblestudy mit dem Pfarrkonvent in Kunduchi Beach Biblestudy mit dem Pfarrkonvent in Kunduchi Beach

Donnerstag, 19. Juli 2018 

Der heutige Ablauf des Tages bestand im Groben darin sich um 9.00 Uhr an der Kirche in Kunduchi zu treffen, dort am Pfarrkonvent, inklusive Gottesdienst und biblestudy mit anschließendem Mittagessen teilzunehmen und danach die unterschiedlichen Chöre in Wazo Hill zu treffen.

Die Realität bzw. der endliche Tagesablauf war dann doch noch von einem anderen Ereignis gespickt: einem ersehnten Spaziergang zum Strand.

Aber zurück zum Anfang: Die Gruppe war mit etwas Verspätung um ca. 9.30 Uhr in Kunduchi komplett. Dort wurden wir sehr herzlich mit Kaffee, Tee und Catering empfangen. Unter anderem gab es Hühnersuppe und Salat mit Chapati. Danach bekam Ursula Thomé die Tasche geschenkt, die bei der Versteigerung nach dem Gottesdienst am Sonntag zuvor übrig geblieben war :-)

In Kunduchi trafen wir auch Caroline, die Leiterin der Einrichtung für Kinder mit Behinderung, wieder, da sie uns mit Übersetzung helfen sollte. Um 9.45 Uhr gingen wir in die Kirche, sangen dort „Dich rühmt der Morgen“ und wurden für die biblestudy in vier Gruppen aufgeteilt. Generell läuft es wohl immer so ab, dass über einen der Losungstexte (in unserem Fall war es die Geschichte des verlorenen Sohnes aus Lukas 15, Verse 11-32) in den Gruppen unterschiedliche Fragen diskutiert und dazu anschließend die Ergebnisse vorgetragen werden.

Die Arbeit in den Gruppen dauerte ca. 30 Minuten, danach wurden vor der gesamten Gruppe die Ergebnisse vorgetragen mit der Möglichkeit sich dazu zu äußern, Fragen zu stellen o.ä. Mir fiel auf, dass es einige sehr engagierte Teilnehmende gibt, die sich fleißig Notizen machen und deren Bibel mit vielen Bemerkungen versehen ist.

Nach dem Austausch wurden weitere Lieder gesungen, Fürbitte gehalten, die Kollekte eingesammelt und Abkündigungen vorgelesen. Des Weiteren stellt sich unsere Gruppe einzeln vor und gibt noch einige Lieder zum besten (Salmo 150, Lobe den Herren, Sanna sananina & Mungu yupo hapa). Nach Abschlussworten des Pfarrers (vorher wurden noch die anderen Gemeindepfarrer vorgestellt) ist der Pfarrkonvent nach dreieinhalb Stunden beendet.

Wir wurden zum Mittagessen gebeten, was wie immer sehr lecker war. Da wir uns in den letzten Tagen aufgrund langer Autofahrten wenig bewegt hatten, haben wir erfragt zum nahegelegenen Strand zu gehen. Dies war zwar möglich, und die Bewegung war eine sehr willkommene Abwechslung, aber die Freude war nur von kurzer Dauer, da wir zu einem Strand eines Hotels gelangt waren, den wir nach ca. 5-10 Minuten wieder verlassen mussten.

Nachmittags fuhren wir weiter nach Wazo Hill, um dort Chöre zu treffen und gemeinsam zu musizieren.

Wir singen die zwei Lieder auf Suaheli (Mfurahini Halleluya & Mungu yupo hapa), bevor die anderen Gemeindechöre (insgesamt sechs, die in der Kirche versammelt sind) uns jeweils ein Stück vortragen. Unter anderem gibt es einen Jugend-, Posaunen-, Frauen- und Erweckungschor. Jeder dieser Chöre hat mich persönlich vollends begeistert. Die vorgetragenen Lieder waren wunderschön und wurden mit Leidenschaft von den Sängern präsentiert.

Das Highlight war das gemeinsame Singen des Liedes „Du meine Seele singe“. Zwar wurde es auf Suaheli gesungen, was für uns ohne Text etwas schwierig war, aber allein das „Zusammen in einem gemeinsamen Chor stehen und die gleichen Stimmen singen“ war ein tolles und verbindendes Gefühl.

Zum Abschluss des musikalischen Austausches haben wir „Kein schöner Land“ und „May the road rise to meet you (irish blessing)“ gesungen. Danach ging es in den benachbarten Gemeinderaum, wo wieder ein leckeres Essen und Getränke auf uns warteten.

(Tagebucheintrag von Friederike Steude, 29, kirchl. Verwaltungsangestellte, singt im Chor VokaLukas)

 

Upendo (Liebe) - Radio, Sender der Ost- und Küstendiözese Upendo (Liebe) - Radio, Sender der Ost- und Küstendiözese

Freitag, 20. Juli 2018

Treffen um 9 Uhr an der Ubungu-Church. Nachdem gegen 9.30 Uhr alle angekommen sind, einsingen. Geplant ist heute ein Radiobesuch: In einer Sendung sollen wir singen und es gibt die Möglichkeit, dass Hörer Fragen stellen. Upendo-Radio ist ein christlicher Sender der Diözese, der von 18 Millionen Menschen gehört werden kann. Die Fahrt dorthin verläuft nach afrikanischen Maßstäben sehr zügig und entspannt. Fast keine Staus :-)

10.40 Uhr angekommen, vor Ort Begrüßung durch die Geschäftsführerin, Besichtigung eines Sende-Studios. Anschließend gehen wir in ein Aufnahmestudio und singen einige Lieder in ziemlicher Enge. Vorstellung unserer Gruppe durch Ursula Thomé und die Teilnehmer/innen. Es war eine gelöste Atmosphäre. Am folgenden Tag wurde die Aufnahme gesendet. Wir bekommen einen Mitschnitt der Sendung per Mail.

Anschließend wurden uns die Räume der Upendo-Zeitung gezeigt. In der nächsten Zeitung wird es einen Artikel über unseren Chor geben. Anschließend hören wir einen Vortrag über Aufbau, Strukturen, Finanzierung … von Newspaper, Radio, Broadcast.

Mittagessen: Reis, Fisch, Fleisch (Hähnchen), Kochbananen, Salat, Obst, richtig lecker!

Nach dem Mittagessen einen Spaziergang gemacht in eine Straße, auf der Stoffhändler ihre Ware verkaufen. Viele leuchtende Farben, gebatikte Stoffe und Tücher. Viele von uns nutzten die Gelegenheit Stoffe zu kaufen.

Auf der Fahrt nach Makongo (Treffen mit dem Partnerschaftskreis) wieder lange im Stau gestanden. Diesmal fuhr der Premierminister dicht an uns vorbei. Freie Fahrt für ihn heißt ungefähr eine Stunde Stau für uns!

Dort angekommen, sehr herzliche Begrüßung mit Kaffee und Saft. Wir singen: „How lovely are the messengers“ und auf besonderen Wunsch „Mungu yupo hapa“. Es folgen Berichte aus dem Partnerschaftskreis: Auch der Gegenbesuch 2020 wird als Schwerpunkt Kirchenmusik haben. Eine Delegation soll nicht mehr als 15 Personen umfassen. Angerissen werden die Schwierigkeiten bei der Auswahl der Teilnehmer/innen. Wir hören den Bericht des District pastors: Die Partnerschaft soll gestärkt werden. Nach den Kirchenältestenwahlen werden Vorschläge dazu entwickelt. Dank für Spenden. Wir beschließen dieses Treffen mit dem Lied „Cantar“ und der Einladung zum Essen. Wieder mit netten Gesprächen.

Danach Rückfahrt in die Familie. Unsere Fahrt war sehr abenteuerlich. Abkürzungen und Stauumfahrungen wie im Gelände.

Nur der Vollständigkeit halber: wir sangen fürs Radio: Lobe den Herren, Mungu yupu hapa, Go tell it on the mountain, Salmo 150, Kein schöner Land. 

(Tagebucheintrag von Ulrike Bockermann, 55 Jahre, Lehrerin, singt in der Kantorei und im Gottesdienstchor Heißen)

 

 

Gruppenfoto mit der Massai-Gemeinde in Mwenge Gruppenfoto mit der Massai-Gemeinde in Mwenge

Samstag, 21. Juli 2018 

Heute treffen wir uns um 9 Uhr in Mwenge. In der dortigen Gemeinde ist ein besonderes Projekt für Massai. Massai sind ein Hirtenvolk, das in Tansania und Kenia lebt.

Sie sind groß und schlank, und viele tragen noch die traditionellen karierten Tücher, den Hirtenstab und Sandalen aus Autoreifen. Zu viele von ihnen versuchen noch nach den alten Traditionen zu leben und schicken ihre Kinder deshalb nicht in die Schule, sondern lassen sie das Vieh hüten. Die Kirche versucht sie dazu zu bewegen, ihre Kinder in die Schule zu schicken, um ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Die Massai gelten als sehr zuverlässig und werden gerne als Nachtwächter, Aufpasser und Haushaltshilfen beschäftigt oder stellen Schmuck her, um ihn zu verkaufen.

Wir werden sehr freundlich von allen empfangen und vom Evangelisten, Noah, begrüßt. Dann feiern wir einen Gottesdienst mit viel Gesang und Tanz und einer kurzen „knackigen“ Predigt von Noah. Auch wir sangen zwei Stücke. Nach dem Gottesdienst gab es Dankesworte und Geschenke sowie eine Einladung zum Lunch und Gelegenheit zum Kauf von handgemachtem Schmuck der Massai.

Anschließend Fahrt nach Ubungo zur Mikrofonprobe für das morgige Konzert.

Dann Besuch eines kleinen Marktes mit Massaikunsthandwerk in Mwenge. Von dort aus ging es durch eine zum Teil sehr schlaglochreiche Straße nach Mbezi Ndumbwi. Dort herzlicher Empfang vom Posaunenchor und vielen Kindern und Kaffee. In dem folgenden kleinen Konzert spielte der Posaunenchor zu Beginn unsere Nationalhymne. Dann traten außer uns sechs Chöre der Gemeinde auf.

Besonders beeindruckend war der große Kinderchor mit einem kleinen Jungen als Trommelvirtuose!

Als musikalischer Renner, wie bei jedem gemeinsamen Singen bisher, erwies sich auch hier: „Gott ist gegenwärtig“ auf Suaheli! Danach Dankesworte, Geschenke und ein kleines Abendessen.

(Tagebucheintrag von Dorothea Hillebrand, 57, Sängerin im Gemeindechor Broich-Saarn)

 

Konzert in der Kirche Ubungo Konzert in der Kirche Ubungo

Sonntag, 22. Juli 2018 

Der frühe Morgen vor den Gottesdiensten

Früh aufstehen um 5:30 Uhr, anschließend ein knappes Frühstück. Auf dem Weg leere Straßen, das ist der entscheidende Vorteil des frühen Gottesdienstes.Treffen vor der Kirche. Es ist bereits um kurz von 7 Uhr heiß. Die Mülheimer Geistlichkeit hat Collarhemden bestellt, die heute früh geliefert werden. Ich ziehe eines an und komme sofort ins Schwitzen. Das neues Collarhemd klebt nach 5 Minuten an mir. Eine Chor-Band singt und betet bereits lautstark zur Einstimmung in der Kirche, auch wenn erst wenige Besucher da sind.

Ich bringe einige unserer mitgebrachten Blasinstrumente in die Sakristei. Uschi Thomé legt sich gerade die Stola um. Sie predigt heute. Das Gebet vor dem Gottesdienst in der Sakristei birgt eine Überraschung. Nach einleitenden Gebetsworten stimmen alle Beteiligten in heftige Gebete ein. Es entsteht ein vielstimmiges und mit uns auch vielsprachiges Stimmengewirr, fast schon Zungenrede.


Der erste Gottesdienst (7. Sonntag nach Trinitatis)

Pfarrer Godlisten Nkya betet mit Kindern an der Balustrade zum Altar bereits in dem temperamentvollen Stil, den ich erwarte. Sven entdeckt, dass die Mikrofone seit der Probe gestern verändert wurden. Zwei fehlen. “Wie soll man da vernünftig arbeiten.”

Lesungen: 2. Kor 7, 11-14 und Lukas 15, 11-25, Glaubensbekenntnis, vier Chöre sind anwesend. Der Gottesdienst wird live ins Internet übertragen, aber wo?

Ich erhalte den Link für den Gottesdienst-Livestream und gebe ihn in der Gruppe und nach Europa weiter.

Die Band mit zwei Saxophonen spielt sanfte Töne. Wir singen zwei Lieder (“Ein feste Burg”). Wir haben ein Mikro zu wenig und bringen unseren Auftritt dennoch ordentlich über die Bühne.

Abkündigungen: Weil sie so zahlreich sind, werden sie in hoher Geschwindigkeit verlesen. Die Abkündigungen bremsen bei den Brautpaaren ab, das scheint wichtig: Es gibt ganz traditionell eine erste und zweite Abkündigung der Trauung. Neun Abkündigungen gelten speziellen Gebetsanliegen, die vermutlich mit einer extra Spende verbunden sind.

Im ersten Gottesdienst waren 1026 Teilnehmerinnen! Mehr als 7 Millionen Tansanische Shilling wurden im ersten Gottesdienst als Kollekte gesammelt. Anschließend ein Werbeblock für die lutherische Wochen-Zeitschrift Upendo.

Es folgt eine erste Begrüßung der Gäste aus Deutschland. Karla Unterhansberg stellt sich auf Swahili und uns auf Englisch vor. Sie überreicht ein Geschenk, ein Bild, das Motive aus Mülheim zeigt.

Nach der Frauendelegation beim letzten Besuch kommt diesmal also ein Chor. Singen verbindet. Ich wundere mich über die Vier Buchstaben über dem Kreuz LNRI. Ist das ein Versehen? Weitere Abkündigungen des Pfarrers.

Im Gottesdienst folgt ein „Kurudi Kundini“ (Rückkehr in die Gemeinde nach persönlichen Verfehlungen): Dazu drängen sich vorne vor dem Altarbereich knapp 100 Teilnehmende. Es wird Psalm 23 gebetet. Die ganze Kirche betet auswendig laut mit. Bittgebet, Fehlverhalten gibt es auch im Straßenverkehr. Heftiges Sündenbekenntnis und deutliche Gnadenzusage. Alle gehen durch den inneren Bereich und legen am Altar ihre Gabe ab. Die Frauen sind alle wirklich festlich gekleidet.

Dan de erste allgemeine Kollektengang Die Jugendgruppe tanzt. Wir sind inzwischen die Ordnung gewohnt. Es beginnt die letzte Reihe in der Kirche und wir in der ersten Reihe sind darum als Letzte dran. Die Jugendgruppe singt und tanzt fröhlich. Aber manchen Gesichtern, die an uns vorbeiziehen, ist kein Lächeln zu entlocken. Die Jugendlichen holen unsere Gruppe für eine Minute zum Tanz. Buntes Gewirr, aber dann endet der Tanz geordnet und mit großem Applaus.

Zur Vorbereitung auf die Predigt singt eine Band ein ruhiges Lied. In die Klänge des Liedes hinein betet Pfarrer Godlisten Nkya und steigert sich in hohe Gebetsintensität. Er zwingt den Heiligen Geist quasi herbei. Aber Godlisten scheint sich nicht ganz sicher zu sein, denn er wird nochmal lauter. Schließlich endet das Gebet ruhig mit trinitatrischen Formeln und ich merke, dass die Orgel das Gebet ständig untermalt hat.

Uschi predigt über Kolosser 3, 12-17. Die Predigt liegt schriftlich auf Englisch vor. Sie wird auf Swahili übersetzt und dauert darum doppelt so lang. Ein Vogel flattert während der Predigt zur Brüstung und zwitschert fröhlich. Die Predigt endet entsprechend mit einem Hinweis auf unser menschliches Singen. Die Gemeinde spendet Applaus.

Nach der Predigt der zweite Kollektenumgang. Wir singen dazu “Mungu yupo hapa” und “How lovely are the messengers …” Das folgende Gebet zur Sündenaustreibung erfolgt ohne Nach-vorne-Kommen und ohne Umfallen von einzelnen Gemeindegliedern. 

Lutherischer Abschluss des Gottesdienstes, Außenkreis vor der Kirche. Damit endet der Gottesdienst.

Danach gibt es noch ein Frühstück im Sitzungszimmer – sehr erholsam, deshalb kommen wir auch zu spät in den zweiten Gottesdienst.

Der 2. Gottesdienst ist schlecht besucht (Zitat: “wie in Mülheim”). Ohne die Chöre sähe es mager aus. Allerdings in dieser riesigen Kirche verlaufen sich die Teilnehmenden. Wieder werden Mitarbeiter vorgestellt, dieses Mal aus einer Filialkirche - bis hin zum Helfer des Schatzmeisters. Der Chor aus diesem Gemeindezweig ist gut in Gesang und Choreographie. Instrumente kommen aus der Konserve, Gesang und Tanz sind live. Sie steigern sich zu einer sehr sportlichen Tanzeinlage. Begeisterung beim Publikum.

Wir tragen drei Lieder bei. Klassisch: “Du meine Seele singe” und “Ein feste Burg”, “Cantar” löst Begeisterungsstürme aus.

Dann gibt es wieder ein Sündenbekenntnis („Kurudi Kundini“) mit Spendenkorb. Es besteht heftiger Diskussionsbedarf in unserer Gruppe, was dabei geschieht. 

Wir nehmen die gekürzte Predigt dankbar zur Kenntnis. Ursula Thomé ergänzt mündlich: Das Leben in einem Chor ist eine lebendige Gemeinschaft mit allen Freuden und Problemen, die so eine Gemeinschaft hat. Am Schluss schlägt sie vor, für den weltweiten Frieden zu beten. Der Applaus der Gemeinde ist länger als beim ersten Mal.

Nach dem Gottesdienst bekommen wir ein leckeres Mittagessen mit viel Gemüse und Obst und weichem Fleisch (das ist in Tansania Qualitätsmerkmal) und endlich mal mit Ugali, dem großen traditionellen Maisknödel. Bischof Malasusa und unser Superintendent Jacob kommen dazu. Wir und überlegen für die Zukunft eine Konferenz für alle Partner der ECD.

Beim großen Chorkonzert am Nachmittag ebenfalls in der Kirche in Ubungo ist dann nicht nur Bischof Malasusa dabei, sondern auch Victoria Kisyombe, die die Kirchenkreispartnerschaft seit der ersten Begegnung in Mülheim intensiv begleitet. Natürlich beginnt auch dieses Konzert nicht ohne eine offizielle Begrüßung von der Evangelistin bis zum Bischof.

Auch hier gibt es wieder eine Video-Übertragung per Livestream, ermöglicht von den Spezialisten aus Mbezi Beach. Allerdings keine Video-Wand, so dass wir selber das Bild nur auf dem Mobiltelefon sehen können. Der Link wird ebenfalls weitergegeben bis nach Deutschland. Doch wenige Zuschauer (max. 12) werden vom System angezeigt.

Die Blechblasinstrumente werden jetzt offiziell an den Kirchenkreis übergeben zur Förderung der Kirchenmusik in einzelnen Gemeinden. Gerald Hillebrand packt ein Instrument aus. Mit Gottes Hilfe öffnet Gerald ein halbwegs vorzeigbares Instrument, eine Posaune. Er entlockt ihr einige Töne zum Beweis, dass das Instrument spielbar ist. Wie gut, dass der Herr gelegentlich eingreift.

Die Chöre bieten zum Teil hohe Qualität. Außergewöhnlich ist ein reiner Männerchor. Sie zeigen die Vielfalt und die Begeisterung für die Musik. Aufgefallen sind mir auch die vielen bunten Stoffe der Chor-Kleidung, die zum Teil sehr geschmackvoll kombiniert getragen werden.

Unser Salmo 150 kommt gut an, Aber zum Renner hat sich Cantar entwickelt. Reaktion, begeisterter Applaus und Jubel. Das Konzert wird gegen 17:30 Uhr gekürzt, es ist einfach zu lang. 15 Chöre und unser Chor sind angemeldet.

18:50 h: Endlich: Der letzte Chor hat gesungen. Nun kommt noch - ein Posaunenchor. Dann - es ist immer noch nicht zu Ende - stimmt die Evangelistin noch ein Lied an, weil es so schön ist, gemeinsam zu singen. Pfarrer Nkya erscheint und grüßt die Gemeinde. Er macht einen erschöpften Eindruck. Aber er hat noch einen ganzen Gottesdienst vor sich, den täglichen Bitt-Gottesdienst der gerade laufenden Gebetswoche. Er ist unglaublich fleißig.

Bischof Malasusa sucht noch eine Gelegenheit zur Begegnung mit der ganzen Gruppe. Er prüft seinen und unseren Kalender.

Auch wir sind erschöpft nach diesem langen Tag in der einen Kirche und verabschieden uns zu unseren Gastgebern. Dort geht das Programm zum Teil noch weiter.

(Tagebucheintrag von Markus Weidemann, 66, Pfarrer in Essen, singt in der Vormittagskantorei der Vereinten Ev. Kirchengemeinde)

 

Superintendent Hillebrand pflanzt einen von drei Partnerschaftsbäumen in Daressalam Superintendent Hillebrand pflanzt einen von drei Partnerschaftsbäumen in Daressalam

Montag, 23. Juli 2018

Das Programm für heute sah ursprünglich wie folgt aus:
9 Uhr: Treffen in Ubungo
10 Uhr: Treffen mit der VEM-Leitung
12 Uhr Besuch des Jimbo Centre, Pflanzen eines Partnerschaftsbaums

Heute trafen sich alle Chormitglieder mit Ausnahme von Markus und Jürgen (sie wollten direkt zum Luther-Haus kommen) ziemlich pünktlich in der Ubungo-Church. Nichts desto trotz verbrachten wir ziemlich genau eine Stunde mit Warten: zuerst auf den Pastor Godlisten und dann auf Fahrer, die uns zum Luther-Haus bringen sollten. Mittlerweile sind wir es gewohnt, auf irgendetwas zu warten, und keiner empfindet es als lästig. Die Wartezeit gibt uns die Gelegenheit miteinander zu reden.

Alle waren gut gelaunt, scherzten miteinander und es dauerte nicht lange, bis von Julian der Vorschlag kam, etwas zu singen. Wir wollten ausprobieren, ob wir das Stück von Melchior Vulpius „Siehe, ich sende meinen Engel“ mittlerweile auswendig können. Es stellt sich jedoch als ziemlich anspruchsvoll heraus. Nach und nach mussten die einzelnen Stimmen aufgeben und alle lachten. Sven schlug daraufhin vor, das Stück zu „rehabilitieren“, in dem wir es doch nach Noten erneut singen. Diesmal hat es gut geklappt, auch wenn am Ende des Stücks alle ihre Sachen packen und die Kirche verlassen mussten.

Um 11 Uhr sind wir im Luther-Haus angekommen. Dort sind wir in die fünfte Etage begleitet worden, wo sich das UEM-Büro befindet. An dem Treffen nahmen teil Rev. Dr. Muhe Magaju (Stellv. Abteilungsleiterin Afrika), Rev. Pastor Godlisten, Happiness (Finance and Administration Officer des Districts) und unsere Gruppe. Als erstes stellte sich Rev. Dr. Nagaju vor und erklärte kurz die Aufgaben der VEM (Vereinte Evangelische Mission). Die VEM ist Gemeinschaft von protestantischen Kirchen, die gleichberechtigt zusammenarbeiten. Sie umfasst 35 Kirchen aus Afrika, Asien und Deutschland, die sich gegenseitig durch Austausch stärken.

Nach der Vorstellungsrunde nutzten die Mitglieder des Partnerschaftskreises die Gelegenheit, die bestehenden Themen mit der Zusammenarbeit mit der UEM anzusprechen. Die ernste Gesprächsrunde wurde aufgelockert, nachdem unser Chorleiter bei der Überprüfung seiner Stuhllehne auf Stabilität und Flexibilität nach hinten über kippte. Abgesehen von einem kaputten Stuhl ist glücklicherweise nichts weiter passiert.

Als Geschenk überreichte Uschi unsere Broschüre „Reformation Women since 1517“. Darüber hat sich Dr. Nagaju sichtlich gefreut und erzählte, dass einige Theologinnen, mit denen sie sich traf, darüber gesprochen haben, dass Martin Luther mit vielen Frauen gearbeitet hat, aber dass dies kaum Erwähnung in der Öffentlichkeit findet.

Nach dem VEM-Meeting hatten wir die Gelegenheit, die 1902 von deutschen Missionaren gebaute Azania Front Church zu besuchen. Besonders beeindruckt hat uns neben der typisch deutschen Bauweise die Altarinschrift: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch“, eine Anspielung auf den Namen Dar-Es-Salaam - „Haus des Friedens“.

Als nächstes fahren wir in Richtung Jimbo Centre in Boko. Die Fahrt dauerte aufgrund von dichtem Verkehr ziemlich lange. Nach einem Snack bestehend aus Würstchen, Teigtaschen, Kuchen und Wassermelone konnten wir uns die Baustelle ansehen. Von den geplanten sieben Stockwerken war bereits das Erdgeschoss fertiggestellt und die erste Etage stand kurz davor.

Die Architektin erklärte uns anhand eines Bauplans, dass sich in dem Gebäude neben den Kirchenkreisbüros eine Druckerei, Konferenzräume, Klassenräume, Besprechungsräume, Restaurants, ein Hostel, und Vieles mehr befinden werden.

Nach einer Vorstellungsrunde mit dem Kreissynodalvorstand aus DAR trugen wir die drei Lieblingslieder des Districtpastors Rev. Jacob vor: „Lobe den Herren“, „Mungu yupo hapa“ und das Reformationslied „Ein feste Burg ist unser Gott“. Erst danach konnten endlich die Bäume gepflanzt werden. Anstatt des geplanten einen Baums wurden auf Nummer sicher drei Bäume in die Erde gesetzt. Einen durfte Ursula Thomé pflanzen „for love and peace as one family in Jesus Christ“, den zweiten pflanzte Gerald Hillebrand: „for good relationship between Germany and Tansania“ und den dritten schließlich der Districtpastor Reverend Jacob selbst „as a symbol for the Diaconic Centre as Christ in Centre of our life“. Anschließend sangen wir „Strahlen brechen viele“. Damit war die Zeremonie beendet und wir fuhren um 16.20 Uhr zur Boko Parish zum Mittagessen. Es war wie immer sehr reichhaltig und sehr schmackhaft. Karla und ich sind in der Gemeinde Msasani untergebracht. Wir erreichten unsere Gastgeber um 19.15 Uhr.

 (Elvira Herrmann, 43, Finanzbeamtin, singt im Kammerchor an der Petrikirche)

 

Im Projekt Binti Mama bekommen Frauen, die jung schwanger geworden sind, Unterstützung Im Projekt Binti Mama bekommen Frauen, die jung schwanger geworden sind, Unterstützung

Dienstag, 24. Juli 2018 

Heute gehen wir auf große Reise nach Bagamoyo (Küstenstadt 60 Kilometer nördlich von Daressalam). Von dort geht es morgen weiter zum Mikumi-National-Park. Alle kommen mit kleinen Reisetaschen und wir fahren mal wieder mit dem Bus. Happy, unsere Begleiterin vom Northern District, hat heute ihr Baby und das Kindermädchen dabei. An der Tankstelle zieht eine Ziegenherde mit ein paar Kühen vorbei. Sie laufen ganz ordentlich auf dem Bürgersteig!

Zuerst besuchen wir das Projekt „Binti Mama“ für junge Mütter von Mama Mwamini, der Sozialarbeiterin unseres Partnerkirchenkreises. Der Weg dorthin ist recht abenteuerlich, der Bus schwankt gefährlich hin und her, das letzte Stück laufen wir dann … Von den Müttern und den vielen Kindern werden wir herzlich empfangen. Wir sitzen draußen unter einer Plane, die Schatten spendet, trinken Kaffee und essen Kuchen.

Sowohl Teenager-Mütter als auch HIV-infizierte Frauen gehören zum Projekt Binti Mama. Mama Mwamini berichtet, dass schwangere Mädchen oft nicht mehr zur Schule gehen dürfen. Deswegen werden sie im Projekt unterrichtet, sie lernen hier auch, gute Mütter zu sein. Teenagermütter haben in Tansania einen schweren Stand, werden oft von ihren Familien verstoßen. Deshalb ist die Arbeit unseres Partner-Districts hier so wichtig und macht die Liebes Gottes sichtbar. Die Frauen handarbeiten und verkaufen die Sachen. Manche Mädchen machen auch eine handwerkliche Ausbildung (nähen, kochen, schreinern, …) Sehr wichtig ist auch der Austausch der Mädchen untereinander, weil sie mit ihren Familien oft nicht über ihre Situation reden können.

Die jungen Mütter des Binti Mama Projekts stellen sich persönlich vor, sie sind zwischen 13 und 22 Jahren alt. Die Älteren helfen, die Jüngeren zu unterrichten. Wir hören zwei sehr berührende und erschütternde Erzählungen von zwei jungen Müttern. Sie berichten über ihren Weg, bevor sie Mama Mwamini getroffen haben. Wir kaufen einige Sachen dort, weil wir das Projekt damit unterstützen können. Solon und Julian sehen gut aus in ihren bunten Hemden. Auch Karla und Ursula kaufen schicke Kleider.

Die Kinder freuen sich vor allem über die Luftballons! Ein Junge will immer wieder auf Solons Schulter getragen werden. Julian bekommt von einem Mädchen noch ein Armband geschenkt.

Auch eine Vertreterin der Regierung ist heute hier. Von dieser Seite wird das Projekt auch unterstützt (Wasserversorgung, Straße), aber die Regierungsmitarbeiterin wünscht sich bei dieser Gelegenheit auch Unterstützung aus Deutschland. Bisher gibt es Wasser nur 100 Meter entfernt und die Tanks müssen alle paar Tage aufgefüllt werden.

Dann fahren wir weiter nach Bagamoyo. Dort werden wir von der Gemeinde zu einem Mittagessen erwartet. Und wir treffen eine Siegener Partnerschaftsgruppe, die den neuen Kirchenkreis von Pastor Anta Muro (dem ehemaligen Superintendenten unseres Partnerkirchenkreises) besucht. Schnell geht es dieses Mal –ohne weitere Reden - weiter ins Hotel. Nach dem Einchecken gehen die meisten kurz an den Strand. Das Wasser des Indischen Ozeans ist nicht so warm wie gedacht, aber auch nicht so kalt wie die Nordsee… Das Schwimmen in den Wellen ist herrlich, auch unser Hotel ist super.

Manche trinken noch eine Cola in der Strandhütte mit Blick auf das Meer, ehe wir dann bei der Gemeinde Bagamoyo zum Chortreffen eingeladen sind. Das Treffen findet in einer halb fertig gebauten Kirche statt. Es treten auf: der Evangelisten-, Frauen-, Haupt- und der Jugendchor der Gemeinde. Wir singen zusammen mit dem Hauptchor „Mungu yupu hapa“ und zweisprachig „Du, meine Seele singe“ und natürlich tragen wir auch alleine einige Lieder vor. Bei „Cantar“ streikt zwischendurch das Keyboard und wir fangen einfach noch einmal von vorne an, was der Begeisterung der Gemeinde keinen Abbruch tut. Nach einigen Reden und einem Kaffeetrinken mit Erdnüssen fahren wir durch den Ort wieder zurück ins Hotel und gönnen uns im Restaurant noch Pizza und Frühlingsrollen. Ich trinke zum ersten Mal die tansanische Ingwer-Limonade, die wirklich gut schmeckt. Dann geht es ab ins Bett unters Moskitonetz.

(Tagebucheintrag von Sabine Vialardi, 55 Jahre, Gemeindesekretärin der Vereinten Ev. Kirchengemeinde, Sängerin im Chor der Musischen Werkstätten des Mülheimer Backsteintheater & Kultur)

 

Mittwoch, 25. Juli 2018 

Nach einer Nacht im Hotel Stella Maris in Bagamoyo sitzt die Gruppe seit 9 Uhr wieder im Bus. Bagamoyo liegt auf dem 6. Breitengrad südlicher Breite und 38 Grad östlicher Länge. Übersetzt bedeutet der Name „Lass dein Herz fallen“. Von hier aus wurden Menschen nach Sansibar transportiert, wo der Hauptumschlagplatz für Sklaven war. Wenn man es vorher nicht schaffte zu entkommen, war alle Hoffnung auf Freiheit verloren.
Im Bus herrscht vorne lustige Stimmung, lautstark krachende Lacher dringen nach hinten. Die Landschaft, durch die wir fahren, ist flach und weit. Die Straße ist gesäumt von Häusern, die aus Holz und Lehm gebaut sind, gemischt mit gemauerten Gebäuden.

Bis zum Mikumi-Nationalpark sind regulär etwas sechs Stunden eingeplant, falls es keine Hindernisse wie Stau, Panne oder Unfall gibt. Ganz hinten im Bus ist auf der rechten Seite der letzten Bank ein großer Stapel Koffer und Taschen zu sehen. Daneben sitzen Solon und Julian, die beiden Jüngsten. Von vorne hört man immer noch Witze und Lacher, die meisten hinten schauen auf Bücher und Handys oder hören Musik über Kopfhörer.
Mit im Bus sitzen Happy, die Schatzmeisterin des Districts, samt Baby, die Amme, der Busfahrer und Pastor Godlisten. Heute Morgen war mir ein kurzer Blick auf den Strand vergönnt, wo die Fischer mit ihren Booten beschäftigt waren. Die Fangboote sind sehr schmal angelegt und tragen alle Segel. Der Tidenhub scheint sehr groß zu sein; wo gestern Nachmittag noch Wasser war, hatte sich das Meer weit zurückgezogen.
Mittlerweile sind wir bereits 50 km von der Küste entfernt und durchfahren Kiwangwa, einen kleinen Ort, der sich entlang der Straße ausbreitet. Unter Kokospalmen und Bananensträuchern stehen Hütten und Häuser mit Blechdächern, an Ständen werden Haushalswaren und Essen angeboten. An vielen Stellen stehen Stapel Baumaterial. In der Ferne erhebt sich ein Berg am Horizont. Wir nähern uns Msata; der Blick öffnet sich auf eine hügelige Landschaft, vereinzelte Häuser, Menschen, Rinderherden, Teiche. Die Savannenlandschaft ist saftig grün; niedriges Gebüsch und Gras wechselt sich mit einzelnen Bäumen ab.


In Msata parken im Zentrum große Lastwagen, Stände säumen den Busbahnhof. Der Bus hält kurz, am Kiosk wird neuer „Credit“ fürs Telefonieren gekauft. Menschen schieben auf Karren Waren über den Platz, Frauen tragen ihre Kinder in einem Tuch auf dem Rücken; Familien stehen beisammen und reden, an der Straße stapeln sich alte Reifen.
10:56 Uhr Ortszeit: Wir sind in Richtung Süden auf der Fernstraße A 14 unterwegs und noch etwa 12 km von Chalinze entfernt, wo wir dann in Richtung des Mikumi-Nationalparks abbiegen werden. Markus kündigt an, dass in 15 Minuten der Bus kurz halten wird und erläutert, dass auf Suaheli der Ausdruck „Pinkelpause“ mit „Medizin vergraben“ umschrieben wird.
11:21 Uhr: Mittlerweile fahren wir bereits 10 km die A7 nach Westen und kommen zügig voran. Von der Straße aus sehen wir große Sisalplantagen (Sisal-Agave) sowie blühende Mangobäume.
11.37 Uhr: Die Klimaanlage kühlt den Bus fast schon zu stark herunter. Wir nähern uns jetzt Morogoro, etwa noch 40 km. Die Berge kommen langsam, aber sicher näher, der Baumbewuchs entlang der Strecke wird dichter. Kurze Zeit später gibt es einen Halt in Mikese, einem Dorf an der Fernstraße A 7. Hier gibt es eine kleine Erfrischung und „Medizin vergraben“. An der Straße kann man Zuckerrohrstückchen kaufen, eine Tüte mit etwa 15 Stück für 1000 Schilling, umgerechnet 38 Cent (Euro). Es schmeckt saftig und faserig. Die Fasern spuckt man nach dem Kauen einfach aus. Mittlerweile kommen wir den Uruguru-Bergen näher, die sich vor uns erheben. Eine Polizeikontrolle hält den Bus an und möchte alle Pässe der Passagiere sehen. Einer der Polizisten betritt dazu den Bus und auch meinen Fuß. Er entschuldigt sich auf Englisch. Und es geht weiter!

12.45 Uhr: Wir halten an einem Restaurant am Ortseingang. Markus und Godlisten Nkya steigen aus und haben doch Zweifel an der Qualität des Essens, also fahren wir weiter. Allerdings dreht der Bus plötzlich um, da wir angeblich zu weit gefahren sind.
Recht schnell kommen wir am „The double eight Restaurant“ an, ein riesiges Schilfdach mit zwie Etagen Restaurantbereich. Ein Menü am Buffet kostet 15.000 Schilling, also etwa sechs Euro. Es gibt verschiedene Sorten Reis, Nudeln, Rindfleisch, Hühnchen, Spinat, Peperoni, Salat, Bohnen, eine Soße. Die Temperatur hier ist merkbar niedriger als an der Küste.

Und um 14 Uhr lässt der Fahrer den Motor wieder an und wir fahren weiter in Richtung Mikumi Nationalpark. Alle nehmen wieder ihren mittlerweile angestammten Platz ein.15.19 Uhr: Jetzt befinden wir uns wieder in flacherer Landschaft. Es ist bei Weitem nicht so grün wie vorher. Das Gras ist gelb und braun. Berge sind erst in weiterer Ferne zu sehen. Immer wieder sieht man Häuser am Straßenrand. Die Straße ist von Lastfernverkehr frequentiert. Zwei Lastwagen haben eine Reifenpanne. Als Warnzeichen für andere Fahrer werden Zweige auf den Weg gelegt. Wir befinden uns schon in der Nähe des Nationalparks, den wir auf der Fernroute durchqueren müssen, bevor wir unsere Unterkunft erreichen. Laut Markus Weidemann darf innerhalb des Parks hier noch nicht fotografiert werden. An vielen Stellen hat es gebrannt und auch wir sehen es brennen. Offenbar ist das ein regelmäßig vorkommendes und normales Phänomen. Bereits auf dem Weg sehen wir vom Bus aus etliche Giraffen, Gazellen, Zebras, Warzenschweine, Antilopen. Auf die Entfernung hin sogar Elefanten und eine Herde Gnus. Jetzt auch noch Paviane direkt an der Straße.

Um etwa 17 Uhr kommen wir nach einer Fahrt durchs Dorf im Mikumi Resort an. Über eine lehmige Straße fahren wir etwa einen Kilometer zum Resort. Vorbei an einfachen Hütten - Kinder winken, die Busbesatzung winkt zurück und ein etwas „schales“ Gefühl bleibt bei mir persönlich zurück, als die Hotelangestellten uns mit einem Getränk und Erfrischungstüchern empfangen, nachdem der Bus durch das gesicherte Tor fährt und vor der Rezeption anhält.
Für 18 Uhr verabreden wir uns zu einer Gesprächsrunde, um 19.30 Uhr soll dann das gemeinsame Abendessen folgen. Morgen ist dann eine Safari geplant, und wir sind sehr gespannt.

In einer kleineren Runde am Tisch vor der offiziellen Runde wird das Thema Kolonialismus, soziale Differenzen und unsere aktuelle Rolle besprochen. (Wir erfahren, dass es in Mülheim Gewitterregen gibt. Endlich!)
18.18 Uhr: Mittlerweile sitzen alle an der Bar. Von hier aus sieht man ins Freie, hört die Vögel, Insekten usw. Es geht um die Planung der Safari am nächsten Tag. Markus ist noch nicht mit den Geländewagen zufrieden, da wir insgesamt mehr Plätze brauchen, um die ganze Gruppe unterzubringen. Die Mitglieder der Gruppe teilen mit, wie es ihnen geht. Insgesamt ist die Stimmung der Gruppe gut. Das gemeinsame Singen hat alle Freude gemacht, auch wenn es anstrengend war. Ein Thema, das einige Menschen in der Gruppe bewegt, war das Projekt Mama Mwaminis, das der jungen Mütter. Das Verstoßen aus einer (familiären) Gemeinschaft wegen einer Schwangerschaft gibt es offenbar in religionsübergreifenden Zusammenhängen, also sowohl in muslimischen als auch christlichen. Gute Nacht (21.51 Uhr)

(Tagebucheintrag von Sven Schneider, 50, Kirchenmusiker in den Gemeinden Links der Ruhr)

 

Donnerstag, 26. Juli 2018 

6 Uhr Frühstück, fast alle an Bord, Ausfall: Ulrike wegen Durchfall. Sieben Leute in unserem Auto. Luft frisch, ca. 15 Grad.
8.15 Uhr am Verwaltungshaus bezahlt und in den Park gefahren. Sehr bald eine Löwin mit 3 Jungen beobachtet, aber ebenso viele Gazellen, Elefanten teils solo teils in einer Herde mit Jungtieren, Giraffen, Affen (Paviane), Gnus.
12.15 Uhr Lunch (Hamburger, Pommes) im Mikumi Wildlife Camp
13 Uhr Weiter zum Hippo Pool. Unterwegs etliche Zebras, Giraffen in der Ferne. Am Hippo Pool natürlich Hippos, Krokodile und eine kleine Gruppe Elefanten. Superintendent Jakob an Bord.
17 Uhr Park verlassen. Schöne Eindrücke! Neben Landschaft, Flora, Fauna war der Geländewagen eine Herausforderung. Nichts ging regulär. Auch die Türen mussten während der Fahrt festgebunden werden. Der Fahrer und Guide war gut und kommunikativ. Markus wurde noch kurz im Krankenhaus Mikumi mit Amrei wegen ihrer verletzten Hand abgeliefert.
17.30 Uhr wieder im Hotel; 19 Uhr Abendessen
20-21 Uhr Gruppentreff, Vorbereitung zur Evaluation am Samstag mit den Partnern aus Tansania. Danach: Absacker.

(Tagebucheintrag von Jürgen Wegmann, 70 Jahre, Ruheständler, Sänger im Backsteinchor (EKM) und in der Vormittagskantorei der Vereinten Ev. Kirchengemeinde)

 

Straßenszene auf der Rückfahrt vom Mikumi Nationalpark Straßenszene auf der Rückfahrt vom Mikumi Nationalpark

Freitag, 27. Juli 2018 

Heute Morgen sind wir um 9.30 Uhr von Mikumi Resort aus gestartet. Um 8 Uhr haben wir gefrühstückt: Toast, Kaffee, Omelette, Würstchen, Wassermelone. Der heutige Morgen ist etwas bedeckter Himmel und einige Regentropfen hat es auch schon gegeben. Die Fahrt im Bus ist ruhig. Wir haben wieder eine Mittagspause in einem Restaurant bei Morogoro gemacht. Es war dasselbe Restaurant wie auf dem Hinweg. Es gab wieder Reis, Spinat, Spaghetti, Hühnchen, Fisch und Wassermelone. Und immer wieder Coca Cola!! Um 18 Uhr sind wir alle wieder im Bus und fahren Richtung DAR. Vom Bus aus können wir das Leben am Straßenrand sehen: Verkaufsbuden, Obst, Tomaten, Zwiebeln. Wir fahren wieder an der Sisalplantage vorbei.
Im Bus werden die Handys von Markus, Julian und Sabine eingestellt. Mit Sabines tansanischer Tigo-Card klappt es leider nicht. Ich habe im Bus meine Predigtvorbereitung für den Gottesdienst in Ubungo gemacht. Thema: Beten – laut und leise, viel und wenig zu Mt. 6 und Lukas 18, 1-8 die beharrliche Witwe. Beten ohne Unterlass – und beharrlich, Gott nerven dürfen. Und beten ohne viele Worte im stillen Kämmerlein – weil Gott weiß, was wir brauchen. Vater unser – Gebet. Betonung auf Unser Vater – wir sind alle eingeladen und haben keine Kontrolle über die Gästeliste.

Wir werden gerade von der Polizei kontrolliert. Wir versuchen uns dann immer ganz schnell anzuschnallen. Dieses Mal ist der Busfahrer zu schnell gefahren. Es kostet 20.000 Tsh Bußgeld.
Ich habe mit Godlisten den Ablauf für Samstag und Sonntag besprochen. Wir haben eine kurze Pause an einer großen Tankstelle gemacht – Toilettengang, Einkauf im Supermarkt. Um 17 Uhr sind wir in Kibatta. Jetzt ist es nicht mehr weit. Vielleicht eine Stunde – je nach Verkehr. Freitagnachmittag gibt es viel Stau.
Gegen 18.30 Uhr waren wir wieder in Ubungo-Church. Dort gab es noch einen Kaffee im „upper room“; einige hosts und driver waren schon da. Alle waren ziemlich müde und geschafft von der Fahrt. Bevor wir aussteigen konnten, habe ich noch ein Gebet/Dankgebet gesprochen. Wir waren wieder heil angekommen.
Beim Abendessen in meiner Gastfamilie (dieses Mal mit der ganzen Familie) haben die Kinder viele Fragen gestellt: Ob wir uns die historischen Gebäude in in Bagamoyo angeschaut haben? Ob wir etwas über die Geschichte der Sklaverei wissen? Und noch einige andere Themen, die mir nicht mehr alle einfallen.
Und ich habe noch zwei Kitenge, zwei Kleider und Sandalen geschenkt bekommen. Das hat mich sehr gefreut.
Auf meinem Zimmer habe ich noch meine Gedanken für die Predigt aufgeschrieben, und auch für die Auswertung. Und jetzt, 23 Uhr, gehe ich schlafen. Gute Nacht!

(Tagebucheintrag von Pfarrerin Ursula Thomé, 60, Leiterin des Partnerschaftskreises)

 

Auswertungsrunde in Kijitonyama Auswertungsrunde in Kijitonyama

Samstag, 28. Juli 2018 
 

Um 9 Uhr trifft sich unsere Gruppe mit dem tansanischen Partnerschaftskreis in der Gemeinde Kijitonyama zur Evaluation des Besuches und zur Planung des Gegenbesuchs in 2020. Das Gebäude neben der Kirche, in dem das Treffen stattfindet, ist sechsstöckig und bietet schon im dritten Stock einen guten Blick über Daressalam. Zusätzlich zu unserer Gruppe nehmen teil: Reverend Godlisten Nkya, Reverend Nuala (Makongo), Hapiness Byakatonaa, Elizabeth Macha, Mama Mwamini, Lameck Matemba und Reverend Gibore (Sinza). 

Wir werden zunächst wie fast immer mit Kaffee, Tee etc. bewirtet. Reverend Nkya eröffnet das Treffen und begrüßt die Anwesenden herzlich. Der Chor singt „Mungu yupo hapa“, Karla liest die Tageslosung, ich spreche ein Gebet, Ursula Thomé leitet das Gespräch.
Tagesordnung:
1. Rückblick auf das Programm
2. Fragen zu Organisation, Hosts etc.
3. Fixierung der Ergebnisse, Planung für 2020
4. Themenfindung für die Folgetreffen
5. Binti Mama / Unterstützung

zu 1. Wir – die Gäste – bringen unseren Dank für Gastfreundschaft, gemeinsames Singen und Feiern, gute Betreuung zum Ausdruck. Aber auch widersprüchliche Erfahrungen werden angesprochen – z. B. DAR – Umgebung, Reichtum – Armut, Gottesdienste hier und zu Hause, Bewegendes – Befremdliches.

zu 2. Erfahrungen mit den Gottesdiensten hier: Länge, Lautstärke, pfingstlerische Elemente. Gastgeber sollten rechtzeitig über ihre Gäste informiert werden, ebenso umgekehrt. Mehr Gespräche über Glaubensfragen und Bibeltexte wären wünschenswert.

zu 3. Gegenbesuch im Jahr 2020: ca. 15 Personen werden eingeladen, darunter ein verantwortlicher Chorleiter, singende Menschen aus mehreren Gemeinden, ein Mitglied des Partnerschaftskreises, evtl. der Superintendent. Die Delegation sollte rechtzeitig benannt werden, um passende Gastgeber zu finden.

Zu 4. Beim Gespräch über mögliche Themen der nächsten Besuche kristallisieren sich drei mögliche Schwerpunkte heraus: Jugend, Theologie, Mission. Der Zusammenhang zwischen den Themen ist durchaus gegeben. Doch wenn wir das Thema Jugend wählen, sollten wir zunächst die Vorstellungen junger Menschen erfragen.

Zu 5. Binti Mama: Das Projekt erhält aus Kollektenmitteln 600 Euro für Wasser- und Stromanschluss.

Es wird außerdem noch gesprochen über den Wunsch der Partner nach Partnerschaften auf Gemeindeebene sowie über die Idee eines internationalen Partnerschaftstreffens (Partnership Conference). Ursula Thomé schließt das Meeting und bittet Rev. Nkya um ein Schlussgebet. Vorher singen wir „Siehe, ich sende meinen Engel“. Nach dem Gebet und gemeinsamem Vater unser singen wir „Aller Augen“ als Tischgebet.

Die Gemeinde Kijitonyama lädt zum Lunch ein – uns Gäste zusammen mit Mitgliedern des Kirchenvorstands und dem Hauptchor der Gemeinde. Rev. Gibore begrüßt in Vertretung des abwesenden Gemeindepfarrers, Dr. Victoria Kisiyombe für den Kirchenvorstand. Das Buffet ist reichhaltig – wie meist: Fleisch, Fisch, Geflügel, Salate, Reis, Kartoffeln und mehr. Wir singen „Kein schöner Land“ und „Salmo 150“, der Hauptchor singt ebenfalls zwei Lieder. Gemeinsam singen wir „Mungu yupu hapa“ - ein wie immer sehr bewegender Moment. Victoria sorgt dafür, dass deutsche und tansanische SängerInnen gemischt sitzen und ins Gespräch kommen. Während des Essens stößt Superintendent Mwangomola dazu. Es werden Grüße und Dankesworte ausgetauscht, auch Geschenke wechselweise überreicht – vor allem Musik aus Mülheim, aber auch eine CD mit Reformationsliedern in Suaheli, aufgenommen vom hiesigen Chor. Nach der Begegnung mit der Gemeinde und dem Chor werden noch Erinnerungsfotos gemacht, anschließend werden die Gäste in ihre gastgebende Gemeinde gebracht zur Vorbereitung der morgigen Gottesdienste. Dort, in den Gottesdiensten, sollen alle noch einmal gegrüßt werden und Grüße ausrichten. Markus wird in Kijitonyama, Ursula in Ubungo, Karla in Msasani predigen. Doro und ich begleiten unseren Gastgeber, Rev. Anta Muro, zum Gottesdienst, in dem ich predigen werde.

(Tagebucheintrag von Superintendent Gerald Hillebrand, 61, Chormitglied in Broich-Saarn)

Farewell-Dinner unter freiem Himmel am Reformationsdenkmal vor der Kirche in Ubungo Farewell-Dinner unter freiem Himmel am Reformationsdenkmal vor der Kirche in Ubungo

Sonntag, 29. Juli 2018 

Heute ist der letzte Tag unseres Partnerschaftsbesuchs. Das offizielle Programm geht um 17 Uhr in Ubungo mit einer Abschiedsparty zu Ende. Am Vormittag waren wir eingeladen, mit unseren Gastgebern den Gottesdienst in deren Heimatgemeinde zu besuchen und dort einen gesprochenen oder auch musikalischen Gruß zum Abschied zu überbringen. Amrei und Friederike waren in Sinza, Julian und Solon in Boko, Jürgen und Markus in Kijitonyama, Elvira und Karla in Msasani, Uschi und Sven in Ubungo, Ulrike und Sabine in Mbezi Beach.

Doro und ich nutzen die Gelegenheit, unsern Gastgeber Anta Muro, den früheren Superintendenten des Jimbo la Kaskazini, zu begleiten. Unser Ziel ist eine kleine Gemeinde in seinem neuen Distrikt, die im nächsten Monat (19. August) von einer Filialgemeinde zu einer eigenständigen Gemeinde (usharika) wird. Um 6.20 Uhr in der Frühe machen wir uns mit Familie Muro auf den Weg. Das letzte Stück von der Hauptstraße bis zur Kirche ist mal wieder sehr holprig. Die Kirche selbst ist sehr bescheiden, der Platz im Innenraum reicht nicht aus, um alle Gottesdienstbesucher aufzunehmen. Also müssen einige draußen bleiben und den Gottesdienst durch die geöffneten Fenster und Türen auf einer Art überdachter Terrasse mitfeiern. Kein Problem für tansanische Christen!

Von der örtlichen Pastorin, sie stellt sich als Rev. Anna vor, werden wir herzlich begrüßt. Zu den Klängen des Chorals „Lobe den Herren“ ziehen wir gemeinsam in die Kirche ein. Ich darf, nach einigen Gottesdiensten mit pfingstlerischen Elementen, einen ganz normalen lutherischen Gottesdienst mitfeiern – natürlich mit viel Chor- und sehr kräftigem Gemeindegesang, sicher auch laut, aber keineswegs ohrenbetäubend. Mir wird die Ehre zuteil, die Predigt halten zu dürfen. Nach der Predigt stimmt die Gemeinde spontan ein Lied an – nach Aussage von Anta Muro ein Zeichen dankbarer Zustimmung.

Im Gottesdienst gibt es noch viele Infos zur bevorstehenden Kirchenvorstandswahl, nach dem Gottesdienst – wie oft – eine Versteigerung. Neben einer Melone sind Stoffe und Poloshirts zu ersteigern. Die Versteigerung verläuft in fröhlicher Stimmung, am Ende werden einige der ersteigerten Dinge den Gästen aus Europa, insbesondere der weißen Mama mkun wa jimbo, zum Geschenk gemacht. Anta hat noch eine Besprechung mit dem Kirchenvorstand. Währenddessen werden die übrigen „Pastors“ liebevoll mit Kaffee, Tee und einem Imbiss versorgt. Anta Muro fährt von dort weiter zu einem Konzert mit seinen Siegener (Kirchenkreis) Gästen, wir kehren mit dem Rest der Familie nach Hause zurück. Zeit für eine Pause, die wir nach dem zeitigen Aufstehen alle gut gebrauchen können.

Ab 17 Uhr treffen Gastgeber und Gäste an der Kirche in Ubungo ein zur großen Abschiedsparty. Das Eintreffen erfolgt – wie eigentlich immer – verkehrsbedingt kleckerweise, so dass die Veranstaltung erst gegen 18 Uhr beginnen kann. Die Gemeinde hat alles wunderbar vorbereitet: im Freien, vor dem großen Reformationsdenkmal, sind runde Tische festlich gedeckt; ein Buffet, das keine Wünsche offen lässt, erwartet uns. Pfarrer Godlisten Nkya übernimmt als Gastgeber die Rolle des Conférenciers, begrüßt die Anwesenden herzlich und führt durch den Abend. Außer uns und unseren Gastgebern aus den entsprechenden Gemeinden sind auch noch Pfarrer und Mitarbeitende aus einigen Gemeinden mit von der Partie. Natürlich ist auch der Superintendent des Northern District (Jimbo la kaskazini), Pfarrer Jakob Mwagomola, anwesend sowie als „special guest“ der Bischof der Eastern and Coastal Diocese, Dr. Alex Malasusa.
Selbstverständlich wird unser Chor auch gebeten, etwas zu singen. Diesen Wunsch erfüllen wir gerne – vor dem festlichen Abendessen und auch später im weiteren Verlauf des Abends. Vor dem gemeinsamen Essen spricht Flora Muro, die Frau des früheren Superintendenten, ein ausführliches Tischgebet. Viele Gruß- und Dankesworte werden ausgetauscht. Auch hier erweisen sich die Suaheli-Kenntnisse von Markus Weidemann wieder als sehr hilfreich. Außerdem werden – nach guter afrikanischer Tradition – viele Geschenke überreicht: Der Kirchenkreis An der Ruhr bekommt von seinem Partnerkirchenkreis eine große runde Platte aus (Eben-) Holz mit einem Bibelwort geschenkt; dazu eine Darstellung der Heiligen Familie, ebenfalls aus Ebenholz. Jedes einzelne Chor- bzw. Delegationsmitglied wird auch persönlich reich beschenkt: Buchstützen und Kerzenhalter aus Holz, größere Gebinde von Erdnüssen und Cashewkernen sowie „Kangas“ (Stoffbahnen von ca. 1,5 x 1 m) wechseln die Besitzer und sorgen für eine Erweiterung des Reisegepäcks. Bischof Malasusa bedankt sich noch einmal ausdrücklich für die lebendige Partnerschaft zwischen unseren Kirchenkreisen. In den Dank bezieht er ausdrücklich alle diejenigen ein, die die Partnerschaft vor gut zehn Jahren auf den Weg gebracht und vorangetrieben haben. Mit vielen guten Wünschen, einige Liedern von unserem Chor und dem Segen des Bischofs endet der festliche Abend. Auf Wiedersehen in Mülheim im Jahr 2020!

Auch für unsere Gruppe heißt es nun Abschied zu nehmen. Uschi, Jürgen, Sabine, Julian, Solon, Doro und Gerald fliegen am nächsten Tag (Montagabend) zurück nach Deutschland. Friederike, Karla, Elvira, Amrei und Ulrike machen sich am Montagmorgen auf den Weg nach Sansibar, um sich dort noch ein paar Tage zu erholen. Markus bleibt noch in DAR, Sven erwartet die Ankunft seiner Frau, um dann mit ihr und seinem tansanischen Kollegen Robert und Frau noch einen Abstecher zum Kilimandscharo zu machen. Am 18. August werden sie dann hoffentlich wieder wohlbehalten und voller Eindrücke in Mülheim angekommen sein.

(Tagebucheintrag von Superintendent Gerald Hillebrand, Chormitglied in Broich-Saarn)

 

 

 

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27.03.2019



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