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für den 23.01.2021

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Es soll meine Freude sein, ihnen Gutes zu tun.

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Service

Telefonseelsorge

Herausforderung Einsamkeit

Einsamkeit und Ängste treten während der Pandemie noch stärker hervor - das bilanziert Olaf Meier, Leiter der ökumenischen Telefonseelsorge, im Rückblick auf das Corona-Jahr 2020. 

Olaf Meier, Leiter der ökumenischen Telefonseelsorge.

Das Team der ökumenischen Telefonseelsorge Duisburg Mülheim Oberhausen hat im abgelaufenen Jahr hautnah miterlebt, wie sehr die Pandemie die Menschen verunsichert. Ängste und Einsamkeit werden häufiger thematisiert als vor Corona, heißt es im Bericht der Telefonseelsorge. Das gelte vor allem auch für all jene, die zum ersten Mal angerufen haben, weil sie um ihr wirtschaftliches Überleben in dieser Zeit fürchten und nicht mehr weiter wissen. „Solche Ängste könnten im weiteren Verlauf der Pandemie noch stärker in den Vordergrund vieler Gespräche rücken.“ Das prognostiziert Telefonseelsorge-Leiter Olaf Meier.

„Corona macht die Menschen mürbe. Viele fragen sich: Wie lange halte ich noch durch? Kräftemäßig, aber auch wirtschaftlich. Wann geht mir die Puste aus?“ berichtet Meier aus der täglichen Arbeit. Das gelte umso mehr für Menschen, die seelisch angeschlagen sind. „Wer zum Beispiel unter Depressionen oder Ängsten leidet, der erlebt die Pandemie häufig als Problemverstärker in bereits sowieso schwierigen Lebenslagen“, weiß Olaf Meier. Wenn dann auch noch die emotionale Belastung durch die Feiertage und den Jahreswechsel dazu kommt, kann Corona zum Brennglas für Lebenskrisen werden.

Einsamkeit häufigster Anlass für Anrufe an den Feiertagen

insamkeit ist einer der häufigsten Anlässe, warum Menschen sich zu Weihnachten und zum Jahreswechsel an die Telefonseelsorge wenden. Das war schon vor Corona so. Olaf Meier: „Nicht Weihnachten ist für viele das Problem, sondern Silvester. Dann treten nach unserer Erfahrung zwei Phänomene auf: Viele Alleinlebende, die zu Weihnachten noch im Kreis der Familie aufgehoben waren, fallen an Silvester zurück in ihre Einsamkeit. Das zweite Phänomen ist die Häufung existenzieller Bilanzgespräche, die uns in dieser Zeit herausfordert.“
Diese Beobachtung bestätigt auch eine ehrenamtliche Mitarbeiterin der Telefonseelsorge. „Gerade Silvester rufen vermehrt Menschen bei uns an, die auf einmal ihr ganzes Leben auf den Prüfstand stellen. Auslöser sind in diesen Fällen häufig familiäre Krisen und Streitigkeiten, die an den Weihnachtsfeiertagen an die Oberfläche gespült worden sind oder das Erlebnis schier hoffnungsloser Einsamkeit, das die Menschen an diesem Tag überfällt“, berichtet die Mitarbeiterin von ihren Erfahrungen.

Auf das Team der Telefonseelsorge ist Verlass

Vier Stunden dauert so ein Dienst in der Telefonseelsorge - auch an den Feiertagen. Selbst in den Abend- und Nachtstunden von Heiligabend sind zwei Telefone besetzt. „Für mich gehört dieser Dienst selbstverständlich zum Weihnachtsfest dazu“, sagt eine Ehrenamtliche. Diese vier Stunden nehme sie sich gerne Zeit für die Sorgen und Nöte der Menschen, denen das Weihnachtsfest nicht zur Freude, sondern zur Last zu werden drohe. Gleiches gelte selbstverständlich auch für die Tage zwischen den Jahren und den Jahreswechsel.
Auf das Team der Telefonseelsorge Duisburg Mülheim Oberhausen kann Olaf Meier sich uneingeschränkt verlassen. „Bei uns ist coronabedingt bislang kein einziger Dienst ausgefallen. Die Telefone waren immer rund um die Uhr besetzt“, freut sich Olaf Meier. Und das, obwohl auch bei der Telefonseelsorge von den 120 Ehrenamtlichen 20 Mitarbeiter aus Sorge um ihre Gesundheit derzeit auf Einsätze verzichten müssen. „Andere haben die Lücken sofort wieder gefüllt, indem sie mehr Dienste übernommen haben“, erklärt Meier.

 

 

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TS / ala / 12.01.2021



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